Vom Leben auf Parkplätzen

So unterschiedlich die Parkplätze, so verschieden sind die Erfahrungen und Begegnungen.

Ein Parkplatz direkt am Skilift – genialJ Wenn man nach einem anstrengenden Skitag auch die letzte Abfahrt geschafft hat und direkt zuhause ist – warm weich kuschelig. Alle anderen müssen die Ski abklopfen, alles verstauen, evtl. schon wieder die Scheiben frei kratzen und dann noch die Fahrt zur Unterkunft – verfroren und fix und fertig – und der Tag ist noch lange nicht zu Ende.

Mit Kind – Luxus hoch 10: „Mama, meine Handschuhe und meine Hose sind nass!“ – kein Problem, unten am Lift wartet ja alles. Frühmorgens sämtliche Ausrüstung zusammenpacken, an alles denken und ja nichts liegen lassen – gibt’s nicht mehr.

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Griechenland - Krisenland?!

Von Medienverzerrung, Wirklichkeit und verzerrter Wahrnehmung


Erstes Thema, das brennend interessieren wird, ist natürlich die Euro-Krise.

Von großer Krise, bitterster Armut und  Arbeitslosigkeit ist stets die Rede.

Die Realität sieht etwas anders aus: die Städte sind belebt, die Geschäfte sind nicht gerade leer und es gibt keine geschlossenen Läden, die von Geschäftsaufgaben und Ruin zeugen würden. Es gibt zwar auch hier Bettler auf den Straßen, allerdings definitiv weniger als im Süden Italiens beispielsweise. Doch auch hier betteln keine Griechen, sondern vor allem Roma und Pakistani.

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Stillstand oder die Jagd nach Zufriedenheit

Eigentlich wollen wir doch nur zufrieden sein. Zufriedensein gleich Stillstand?!

Doch Stillstand ist verpönt. Das Weiterkommen ist das große Ziel – alles, bloß nicht still stehen. Sportlich betätigen. Gesund leben, sich weiterbilden, immer mehr wollen. Unser gesamtes Leben hat eine rasante Dynamik angenommen. Jeden Tag ein Wettlauf mit der Uhr – gegen Zeit, gegen das Alter und gegen sich selbst.


Gestern Wassergymnastik, heute Yoga, morgen Zumba. Ein Hobby langfristig nachgehen? Nein, das wäre ja total langweilig – 30 Jahre Mitglied im Tennisverein? Um Gottes Willen! Beständigkeit? Etwas langfristig verfolgen? Fehlanzeige. Die kurze Frist ist das was zählt. Unverbindlich und jederzeit zum Absprung bereit. Und wenn nicht das Hobby wechseln, dann doch zumindest den Job.


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Vom Leben auf Parkplätzen

So unterschiedlich die Parkplätze, so verschieden sind die Erfahrungen und Begegnungen.

Ein Parkplatz direkt am Skilift – genialJ Wenn man nach einem anstrengenden Skitag auch die letzte Abfahrt geschafft hat und direkt zuhause ist – warm weich kuschelig. Alle anderen müssen die Ski abklopfen, alles verstauen, evtl. schon wieder die Scheiben frei kratzen und dann noch die Fahrt zur Unterkunft – verfroren und fix und fertig – und der Tag ist noch lange nicht zu Ende.

Mit Kind – Luxus hoch 10: „Mama, meine Handschuhe und meine Hose sind nass!“ – kein Problem, unten am Lift wartet ja alles. Frühmorgens sämtliche Ausrüstung zusammenpacken, an alles denken und ja nichts liegen lassen – gibt’s nicht mehr.

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Griechenland - Krisenland?!

Von Medienverzerrung, Wirklichkeit und verzerrter Wahrnehmung


Erstes Thema, das brennend interessieren wird, ist natürlich die Euro-Krise.

Von großer Krise, bitterster Armut und  Arbeitslosigkeit ist stets die Rede.

Die Realität sieht etwas anders aus: die Städte sind belebt, die Geschäfte sind nicht gerade leer und es gibt keine geschlossenen Läden, die von Geschäftsaufgaben und Ruin zeugen würden. Es gibt zwar auch hier Bettler auf den Straßen, allerdings definitiv weniger als im Süden Italiens beispielsweise. Doch auch hier betteln keine Griechen, sondern vor allem Roma und Pakistani.

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Stillstand oder die Jagd nach Zufriedenheit

Eigentlich wollen wir doch nur zufrieden sein. Zufriedensein gleich Stillstand?!

Doch Stillstand ist verpönt. Das Weiterkommen ist das große Ziel – alles, bloß nicht still stehen. Sportlich betätigen. Gesund leben, sich weiterbilden, immer mehr wollen. Unser gesamtes Leben hat eine rasante Dynamik angenommen. Jeden Tag ein Wettlauf mit der Uhr – gegen Zeit, gegen das Alter und gegen sich selbst.


Gestern Wassergymnastik, heute Yoga, morgen Zumba. Ein Hobby langfristig nachgehen? Nein, das wäre ja total langweilig – 30 Jahre Mitglied im Tennisverein? Um Gottes Willen! Beständigkeit? Etwas langfristig verfolgen? Fehlanzeige. Die kurze Frist ist das was zählt. Unverbindlich und jederzeit zum Absprung bereit. Und wenn nicht das Hobby wechseln, dann doch zumindest den Job.


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Vom Leben auf Parkplätzen

So unterschiedlich die Parkplätze, so verschieden sind die Erfahrungen und Begegnungen.

Ein Parkplatz direkt am Skilift – genialJ Wenn man nach einem anstrengenden Skitag auch die letzte Abfahrt geschafft hat und direkt zuhause ist – warm weich kuschelig. Alle anderen müssen die Ski abklopfen, alles verstauen, evtl. schon wieder die Scheiben frei kratzen und dann noch die Fahrt zur Unterkunft – verfroren und fix und fertig – und der Tag ist noch lange nicht zu Ende.

Mit Kind – Luxus hoch 10: „Mama, meine Handschuhe und meine Hose sind nass!“ – kein Problem, unten am Lift wartet ja alles. Frühmorgens sämtliche Ausrüstung zusammenpacken, an alles denken und ja nichts liegen lassen – gibt’s nicht mehr.

Bei dieser Vorstellung komme ich mir vor wie der Kaiser persönlich – da ist mein mobiles zuhause der wahre Luxus! Und morgen früh kann ich ohne Stress sogar die erste am Lift sein – aus dem Bett rein in den Lift fallen sozusagen.

Ein Parkplatz in einer Stadt – gewöhnungsbedürftig. Wenn es keinen Wohnmobilstellplatz gibt, dann bleibt oft keine andere Wahl. Manchmal kommt man sich wirklich ein bisschen fehl am Platz vor: andere Leute stellen um halb 9 ihr Auto neben uns ab, gestresst, seit mindesten 2 Std, wach, hektisch eilen sie weiter, auf die Arbeit, zu einem Termin – und ich?! Stehe zur gleichen Zeit auf, bin noch völlig verschlafen mache erst mal Kaffee….

Manchmal meldet sich dann das schlechte Gewissen, eigentlich sollte man doch auch seinen Platz in dieser Tretmühle des Lebens einnehmen. Aber genau das ist ja einer der Gründe für meinen Gang auf neuen Wegen. Und schon siegt die Freude über diesen ungeheuren Luxus, den ich mir erlauben kann: Zeit zu haben. Nicht zu müssen, sondern nur zu können.


Des Weiteren bringt das Übernachten auf öffentlichen Parkplätze auch so manche Überraschung mit sich – live dabei im Leben anderer Leute – Wohnmobilwände sind nicht gerade dickJ Oder man wird wirklich mit Zigeunern über einen Kamm geschert, die in nächster Nähe ihre Wagenburg errichtet haben…

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Griechenland - Krisenland?!

Von Medienverzerrung, Wirklichkeit und verzerrter Wahrnehmung


Erstes Thema, das brennend interessieren wird, ist natürlich die Euro-Krise.

Von großer Krise, bitterster Armut und  Arbeitslosigkeit ist stets die Rede.

Die Realität sieht etwas anders aus: die Städte sind belebt, die Geschäfte sind nicht gerade leer und es gibt keine geschlossenen Läden, die von Geschäftsaufgaben und Ruin zeugen würden. Es gibt zwar auch hier Bettler auf den Straßen, allerdings definitiv weniger als im Süden Italiens beispielsweise. Doch auch hier betteln keine Griechen, sondern vor allem Roma und Pakistani.


Im Landesinneren und abseits der großen Städte sieht das Bild etwas anders aus: hier wachsen die Müllberge und die Löcher in den Straßen. Die Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Bauern, teilweise Kleinstbauern, Handwerkern und Betreiber von Minimärkten. Hier ist das Leben härter und scheint ärmlicher, wenn man die Menschen betrachtet. Allerdings ist es fraglich, ob der Grund hierfür in der Krise liegt. Vielmehr scheint das Leben hier nicht stark verändert – weitab von Zipras&Co. Griechenland ist einfach vom Tourismus abhängig - und der findet an den Küsten statt und nicht im Landesinneren. Hier haben wir dann auch die ersten Zeltburgen gesichtet – aber das sind keine Notunterkünfte für bedürftige Griechen sondern Roma-Lager!


Die Griechen scheinen weiterhin ihrer alteingesessenen Wege zu gehen und auch gehen zu wollen – die Krise hinnehmend, aber ignorierend. Der Staat ist hochverschuldet, nicht weit von der Zahlungsunfähigkeit entfernt, aber irgendwie scheint das hier noch nicht angekommen – oder es wird verdrängt.


Beispiel gefällig?!


Der „Spielerberg“ in Athen. Ein bisl außerhalb gelegen, die Straßen rechts und links von unzähligen Restaurants gesäumt - an einem Sonntagmittag brechend voll, geht es in Serpentinen aufwärts. Auf halber Strecke befindet sich eine Seilbahn.

Wir sind durch Zufall dort gelandet und wollten eigentlich einen Ausflug machen. Die erste Überraschung: die Fahrt mit der Gondel auf den Berg ist KOSTENLOS. Auf mein Nachfragen nach den Tickets bekam ich von einem Griechen nur ein ungläubiges Kopfschütteln kombiniert mit einem belustigten Lachen zur Antwort.

Okay, dann mal rein in die Gondel. Die Sitze innen sind gepolstert, es schallt leise Musik aus den Lautsprechern an der Decke. Das Publikum ist gemischt, da gibt es die Jogginghosen-Fraktion inklusive Familienanhang, aber auch sehr vornehm gekleidete ältere Herrschaften und ziemlich herausgeputzte Damen.Oben angekommen erwartet uns die nächste Überraschung:


Anders als man es von den Seilbahnstationen kennt, gibt es erstmal keinen Ausgang nach draußen. Man wird direkt weitergeleitet in ein Haus. Es geht einen breiten Flur entlang, die Wände zieren riesige Spiegel, den Boden bedeckt ein dicker Teppichboden. Gedämpften Schrittes schreiten wir den in gedämpften Licht getauchten Gang entlang. Es geht um unzählige Ecken bis wir schließlich an einem CASINO landen! Und dieses ist ziemlich stark frequentiert.


Ein Paradebeispiel - Glückspiel zur Belustigung der Bevölkerung - von der Regierung gefördert und finanziert... Noch Fragen?! Sparen sieht defintiv anders aus.


So wie ich die Situation erlebe, haben die Griechen den Ernst der Lage nicht oder noch nicht verstanden – sie sind sauer auf Merkel und die EU, sauer auf die Sparzwänge – weil ihrer Meinung nach doch alles gut war, wie es ist. Klar, vor der „Krise“, als Griechenlands Regierung Lohnerhöhungen und Steuervergünstigungen beschloss – auch wenn das Defizit schon damals zu groß war.  Aber das interessiert die Bevölkerung ja nicht, sondern einzig was auf dem Konto steht ist relevant. Und das soll jetzt weniger werden, dank Merkel&Troika (hier wird das als Synonym verwendet) ?! Hier ist der Ärger der Griechen begründet, nicht in der über-expansiven Haushalts-und Wirtschaftspolitik Griechenlands.

Vielmehr bekommt man das Gefühl, dass eine Veränderung hier nicht willkommen ist. Stattdessen stillschweigend weiterköcheln und schimpfen auf Merkel, Troika&Co, denn die schieben ja den Riegel vor.

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Stillstand oder die Jagd nach Zufriedenheit

Eigentlich wollen wir doch nur zufrieden sein. Zufriedensein gleich Stillstand?!

Doch Stillstand ist verpönt. Das Weiterkommen ist das große Ziel – alles, bloß nicht still stehen. Sportlich betätigen. Gesund leben, sich weiterbilden, immer mehr wollen. Unser gesamtes Leben hat eine rasante Dynamik angenommen. Jeden Tag ein Wettlauf mit der Uhr – gegen Zeit, gegen das Alter und gegen sich selbst.


Gestern Wassergymnastik, heute Yoga, morgen Zumba. Ein Hobby langfristig nachgehen? Nein, das wäre ja total langweilig – 30 Jahre Mitglied im Tennisverein? Um Gottes Willen! Beständigkeit? Etwas langfristig verfolgen? Fehlanzeige. Die kurze Frist ist das was zählt. Unverbindlich und jederzeit zum Absprung bereit. Und wenn nicht das Hobby wechseln, dann doch zumindest den Job.


Mal wieder was Neues ausprobieren, den Horizont erweitern; zumindest kurzfristig. Oder mal die Wohnung wechseln, Neues einziehen lassen, frischen Wind ins alte Leben bringen – auch wenn das „alte“ Leben im Gesamten nicht mal 30 Jahre alt ist. Obwohl, bei der momentanen Miet-bzw. Wohnsituation dürfte letzteres stark abgenommen haben, es sei denn der Geldbeutel ist entsprechend gefüllt.


Objektiv betrachtet eine aberwitzige Situation und dennoch nicht zum Lachen. Dem Stillstand auf keinen Fall Einzug gewähren, doch trotzdem das Ziel der Zufriedenheit anstreben. Das ist ein Widerspruch in sich und wird so niemals funktionieren. Der Wahnsinn zeigt sich vollends, wenn man sich vor Augen hält, dass alle Menschen zufrieden sein möchten, doch scheinbar keiner mehr weiß wie das geht und viele hieran wirklich ernsthaft scheitern. Burn Out, ADHS & Co. lassen grüßen. Dem Gegner Zeit erlegen. Die Flucht vor dem Stillstand wird zugleich zur Jagd nach Zufriedenheit.


Zufrieden, da springt einen der Frieden direkt an. Das bedeutet auch Ruhe, Erholung, Rastmachen. Und nicht nur 2 Minuten ausruhen zwischen zwei Terminen. Unser Leben muss wieder entschleunigt werden, dass ist der richtige Ansatz in Richtung Zufriedenheit. Und wir müssen aufhören, Stillstand als etwas Schlechtes anzusehen. Woher kommt es, dass dieses schöne Wort so negativ behaftet ist?


Ich habe keine Lust G..gle danach zu fragen und mich zu einer endlosen Reise durch die virtuelle Welt verleiten zu lassen, deshalb kann ich nur vermuten. Naheliegend ist ein der Ursprung aus Industrie und Wirtschaft. Stillstand verhindert die Produktion. Wenn die Maschinen stillstehen, so wird nichts produziert. Bleibt die Herstellung aus, kann nichts verkauft und somit auch kein Geld verdient werden. Das absolute Desaster. Die gesamte Konsummaschinerie kommt zum erliegen. Übertragen sehen wir also Menschen, die stillstehen als unproduktiv. Unproduktiv, nicht weiterkommend, nichts beitragend, unnütz. Keiner möchte als unnütz angesehen werden und keiner möchte sich unnütz fühlen. Der Mensch braucht etwas, was ihm Sinn gibt, was seinem Leben Sinn gibt. Und so begeben wir uns wieder auf die Suche. Die Suche nach dem Sinn, nach neuem Sinn und nach Neuem. Tagtäglich. Jeden Tag aufs Neue.


Dabei wollen wir doch eigentlich nur zufrieden sein.

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