Das Wohnmobil auf dem Weg ein LUMOBIL zu werden




Das ist er, mein neues zuhause für mindesten mal 1 Jahr.

Lord Liberty 64000

Fiat Ducato 2,9 TDI

EZ 12/1988

TÜV neu (2 Jahre)


Gekauft mit Wasserschaden, zum selber Hand anlegen. Inneraum hat weder muffig gerochen, noch hat man den Wasserschaden gesehen. Nur wenn man auf Tuchfühlung mit der Außenwand ging, spürte man, dass die Wand weich war.

Also los gings dann erstmal mit den Ausbau der Küche und des Kleiderschrankes, um an die feuchte Wand zu kommen.

Hier die Fotos vom ursprünglichen Zustand meines LMCs. Ich habe die Bilder aus dem Originalprospekt von 1988 abfotografiert, da ich bei "Baubeginn" vor lauter Euphorie vergessen habe, Fotos zu machen. Es sah aber wirklich komplett alles noch genau so aus wie vor 26 Jahren:-)

Und jetzt geht's richtig los



Die letzen Bilder vom Originalzustand, hier das Bedienfeld, Oberschränke der Küche rechts angrenzend sind schon ausgebaut und der Heizungsschlauch durchtrennt.

Nachdem sämtliche Möbel der linken Fahrzeugseite ausgebaut waren und die Tapete entfernt war, kam dann das ganze Ausmaß ans Tageslicht. Fäule, Schimmel, Moder, Nässe. Auch wenn es im ersten Moment erschreckend aussieht, es war die absolut richtige Entscheidung alles aufzumachen und den Schaden zu beheben.


Die Decke bröselt und kommt fast von alleine runter. Alles ist pitschnass.

Auf dem rechten Bild sind schon sämtliche Balken entfernt und abgekratzt, ebenso die Styropor-Platten.


Das folgende Bild zeigt die schlimmste Stelle für mich während des ganzen Ausbaus: Das Holz über der Türe entfernen. Das alles musste in Millimeter abgekratzt werden. Eine gefühlte Ewigkeit hing ich hier dran, tatsächlich waren es verteilt ca. 3 Tage. Trotz Nässe war immer noch alles fest verklebt und unglaublich hartnäckig. Die Schwierigkeit hier bestand darin, mit Hammer und Beitel zu arbeiten, ohne die Alu-Außenwand zu beschädigen. Einmal den Beitel im falschen Winkel (zu steil) gehalten, und schon wäre die Wand durch.

So, nachdem alles alte Holz, sämtlicher Moder usw. draußen ist, folgt ein ganz wichtiger Schritt: Das Womo erst einmal völlig durchtrocknen lassen, bevor mit dem Wiederaufbau begonnen wird. Sonst hat man bald wieder den Schimmel im "Haus". In meinem Fall ist das kein Problem, wir haben Juli, es sind täglich 25-30 Grad und außerdem muss ich sowieso mal "Baupause" einlegen, weil die Prüfungszeit vor der Tür steht :-( Aber: zum hoffentlich letzten Mal - noch einmal alles sinnlos in den Kopf prügeln, das Kurzzeitgedächtnis jeden Tag neu bespielen und dann sollte es endlich vorüber sein!

Küchenfenster und Tür sind ausgebaut
Küchenfenster und Tür sind ausgebaut

Trotz Prüfungsvorbereitung kann ich die Finger nicht vom Wohnmobile lassen:-) Das Pensum zur Zeit ist enorm, aber ich darf die Zeit nicht unterschätzen, Ende Oktober ist absolute Deadline, da muss alles fertig sein. Also Morgens Kiga und Lernen, dann Uni, Wohnmobil wann immer es zeitlich geht und in der Nacht wird gelernt - Schlaf wird zum Luxuskonsum.

Innen steht immer noch Durchtrocknen auf dem Programm, hier kann ich nichts tun im Moment. Von außen sieht das Womo irgendwie ziemlich nach Schrott aus, so ohne Fenster und Tür...

Von oben ähnelt mein Womo mittlerweile einem Dalmatiner. Aufgrund der lang anhaltenden Feuchtigkeit hat Alufraß  bzw. Ansätze davon schon eingesetzt, Löcher, kleiner als Nadelstiche, welche rundum einen weißen Hof haben. Alles was annähernd nach Loch aussah, wurde umgehend mit Sikaflex abgedichtet. Professionell wäre es, die ganzen Bleche zu tauschen. Das traue ich mich nicht, da ich nicht weiß, ob ich das ganze hinterher wieder dicht kriege, da die betroffenen Stellen ziemlich großflächig verteilt sind. Deshalb meine Devise "alles von außen abdichten, dann kommt nix rein". Auch die Dachluken wurden rundum komplett neu abgedichtet. Kamin und Abzug sind bereits demontiert.

Jetzt folgt Platz 2 der schlimmsten Arbeiten - die alte, brüchige aber immens fest verklebte Anti-Rutschmatte auf dem Dach entfernen. Mit Spachtel, Schraubenzieher und Hammer bewaffnet bin ich ihr Zentimeter um Zentimeter auf den Leib gerückt. Bei ca. 25 Grad eine echt schweißtreibende Angelegenheit auf dem Dach. Und von oben bis unten schwarz war ich danach obendrein, da alles abfärbte.

Abschaben mit Spachtel und Schraubenzieher - alles hat schwarz abgefärbt, ein Dreck hoch 10.
Abschaben mit Spachtel und Schraubenzieher - alles hat schwarz abgefärbt, ein Dreck hoch 10.

Am Abend folgt dann wieder Recherchearbeit im Internet. "Dachsanierung Wohnmobil" lautet das Thema. Blecharbeiten wollte ich, wenn möglich irgendwie vermeiden. Im Zuge meiner Suche bin ich auf Dachabdichtungen mittels Kunststoff gestoßen, allerdings erstmal speziell für Flachdächer, Bungalows oder Garagen.

Im Baumarkt erhältlicher Flüssigkunststoff kommt in meinem Fall leider nicht in Frage, da dieser für NE-Matelle leider nicht geeignet ist. Also auf zum Fachhandel.

Dort war der Verkäufer mal wieder ziemlich überrascht, auf welche Ideen ich komme, war aber dennoch angetan von der Idee. Nachdem wir sämtliche Inhaltsstoffe und Angaben zur Verwendung des Produkts geprüft haben, gab der Fachmann sein "Go" - mit der EInschränkung, dass er nicht weiß, wie sich die Farbe bei Erschütterung und Bodenwellen verhält. 

Trotz dieser Bedenken habe ich mich im Fachgeschäft für Farben dann für diesen Flüssigkunststoff entschieden, um mein Womo großflächig abzudichten - Alternativen hatte ich sowieso keine, also ging ich das Risiko einfach ein, dass die Farbe evtl. Schaden nimmt.

Es gibt auch Firmen, die sich auf solche Dachbeschichtungen für Wohnmobile spezialisiert haben, allerdings lassen sie sich ihre "Professionalität" auch dementsprechend vergüten - was leider mein Budget bei weitem überschreitet. Also: Selbst ist die Frau!


Hier sieht man den Saustall bzw. den Rest davon, nachdem zwischendrin schon immer wieder aufgeräumt wurde. Mindestens 10 dieser Säcke hab ich schon gefüllt. Kaum zu glauben, wieviel Material doch in so einer "dünnen" Womo-Wand steckt.

Von außen ein ähnliches Bild, überall wird gewerkelt und dementsprechend schaut's aus. Hier habe ich sämtliche Schrauben-Löcher bereits abgedichtet und von außen angefangen mit neuem Holz aufzubauen. Am Fahrzeugrand (nach unten hin) die komplette Seite von vorne bis hinten mit Dachlatten erneuert und gleich mit Unterbodenschutz versiegelt.


Einige werden spätestens an dieser Stelle sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sich fragen, was ich denn bitte mit diesem Wohnmobil hier anstelle. Alles verschmiert und getupft.

Ich gebe zu, es sieht wirklich etwas wüst aus von außen. Okay, von innen auch noch. Aber wartet ab und lasst euch überraschen, was am Ende daraus wird;-)

Um das Wohnmobil herum sammeln sich "Haufen" des Inventars. Obwohl nur 1 Seite ausgebaut wurde, kam dennoch eine betrachtliche Menge an Einzelteilen zusammen. Zum Glück habe ich den gesamten Ausbau mit der Kamera dokumentiert, sonst würde ich an dieser Stelle ziemlich ins Schitzen kommen, ob ich das jemals wieder alles richtig zusammengebaut krieg.

Der Abbau der Markise entpuppte sich mal wieder als riesen Problem. So ein Ding ist doch einfach abzunehmen, möchte man glauben...

Weder bei den Womo-Unterlagen noch im Netz Hinweise, wie so ein Teil zu DEMONTIEREN ist. Schlecht beschriebene Montageanleitungen gibt es, diese gaben allerdings keine brauchbaren Infos für den vorliegenden Fall her. Also rumprobieren, schrauben, ziehen, drücken,... nichts.

2 Tage lang bin ich wieder am Verzweifeln. So eine Arbeit hält unnötig auf. Aber das Ding muss definitiv runter. Erstens will ich mir das dahinter mal ansehen, denn der Vorbesitzer meinte ja, dass der Wasserschaden durch die Bohrlöcher der Markise entstanden ist und zweitens möchte ich die Außenhaut komplett beschichten. Außerdem benötige ich mindestens noch 2 starke große Menschen, um diese Markise runterzuheben...

Dann endlich die Lösung: Die Markise wurde genietet! Also nieten aufbohren und siehe da, ein kleines Anheben und "Klack" hüpft das Mörderteil aus seiner Halterung - 27 kg aus knapp 3 Meter Höhe haben wir schließlich sicher zu Boden gebracht - Sieg über den Sonnenschutz:-)

Ein kleiner Teil des Inventars...
Ein kleiner Teil des Inventars...

So, der Innenraum ist fast soweit, dass man mit dem Wiederaufbau beginnen kann. Endlich. Hier folgt Bauabschnitt 2. 



Großeinkauf in meinem Lieblingsladen (Baumarkt) erledigt:-) Leider habe ich die Originalstärke der Dachlatten nicht bekommen, die neuen Latten sind ca. 3mm "dicker". Mal sehen, ob mich das später noch vor Probleme stellen wird. Der Perfektionist würde jetzt natürlich sämtliche Latten hobeln, bis sie die exakte Stärke erreicht haben. Mir ist das für den Nutzen definitiv zu viel Aufwand, also bleiben die Latten so wie sie sind. Nächstes Problem werden die Styroporplatten werden, diese haben exakt die Maße der Originalplatten, deshaöb werde ich mir etwas zur Verstärkung einfallen lassen müssen, um bündig auf die neuen Latten zu kommen.

Voilà, sieht doch schon wieder richtig gut aus! Die komplette Seite ist fertig! Die Bauzeit betrug insgesamt gut 2 Tage (jeweils von Nachmittags an, nach der Uni). Arbeiten mit Holz liebe ich, war eine sehr angenehme Schafferei und ich dementsprechend gut rauf, natürlich auch angesichts des Ergebnisses:-)

Leidig war aber mal wieder das alleine arbeiten müssen. ich habe gefühlte 100 km zurückgelegt an diesen Tagen. Ins Womo rein, ausmessen - raus Latte suchen, vielleicht passt ja ein Reststück, damit man bzw. Frau möglichst wenig verschnitt hat:-) Dann Anzeichnen, sägen, wieder ins Womo rein - passt dann ist gut, passt nicht, wieder raus, nachsägen, wieder rein, usw.... Dann natürlich gleich festschrauben, sobald man eine Latte passend gesägt hat, damit man das exakte Maß für die nächste Latte hat.

Auf dem Bild oben sieht man schön vorne das Abwasserrohr unter dem Küchenfenster, der das dicke geriffelte Rohr daneben ist der Heizungsschlauch, der später wieder am Boden entlang verlegt wird und hier nur aus Platzgründen senkrecht nach oben zeigt. Der runde Koloß ganz rechts im Bild ist der Boiler mit einem Fassungsvermögen von 14 Litern. Die beiden Wasserschläuche hinten im Bild, welche rechts in der Wand verschwinden, sind die Warm-und Kaltwasserleitungen der Dusche, Die Wand ist die Abtrennung zum Bad. Diese konnte leider nicht entfernt werden, allerdings wurde die von der Außenwand losgeschraubt, um dahinter neue Latten zu verlegen.  






"Spezialkonstruktion" gegen Wind und Wetter - darunter wird gestrichen
"Spezialkonstruktion" gegen Wind und Wetter - darunter wird gestrichen

Ähm ja, ich glaube das habe ich bisher vergessen zu erwähnen, sämtliches möchtegern "Teakholz" (so wird es im Prospekt beschrieben*g*) soll weiß werden. Viel Arbeit, ich weiß:-)

Aber erst einmal darf ich mich wieder auf einen Rückschlag gefasst machen: Der Flüssigkunsttoff verträgt sich nicht mit Dekalin... Der ausgehärtete Kunststoff ist porös und bröckelt.

Also alles wieder auf Anfang und an diesen Stellen die Dichtmasse wieder komplett abkratzen... :-(


So, es wird endlich wieder Zeit für eine erfreuliche Arbeit, ich brauche neue Motivation. Nächtster Punkt wird die Umgestaltung des Bads sein. Darunter fallen ein neuer "Belag" für die Wände, neue Möbel bzw. alte Möbel streichen. Des Weiteren muss der Boden im WC-Bereich repariert werden, hier deuten sich die ersten Risse in der Plastikwanne an.

Aber erstmal gehts an die Wände.

Hier habe ich mich für PVC entschieden.





10.10.2014 - Ich kämpfe immer noch mit meinem TV. Besser gesagt mit dem Empfang. Entweder liegt es an der Antenne oder dem Receiver, ich weiß es nicht. Strom bekommt sowohl der TV als auch der DVBT-Receiver, aber es erscheint "Kein Signal". Allerdings reagiert der Receiver auch nicht, weder an den Tasten am Gehäuse, noch über die Fernbedienung, sodass ich auch keinen suchlauf starten kann. Wer also Ideen hat, Tipps sind immer sehr gerne gesehen:-)

Zur letzten Not würde ich meinen 40" TV aus der Wohnung mal ins Womo stellen, der müsste einen integrierten Receiver haben und dann mal sehen was passiert. Denn ohne weiteres einen neuen Receiver kaufen, möchte ich nicht, die liegen preislich bei 80Euro aufwärts, bedenke ich brauche einen 12V Receiver!

Die Antenne ist eine Kathrein Flachantenne. Vom Aussehen gleicht sie einem kleinen Ufo. So weit ich bisher recherchiert habe, ist darüber TV Empfang während der Fahrt möglich. Und es könnte sich um eine BAS 55 oder 65 handeln. Keine Ahnung ob bei DVBT auch die Umstellung von analo auf digital eine Rolle spielt. Dem muss ich noch nachgehen.




Mittlerweile ist es der 16.10.2014

Heute war wieder so ein Rückschritt-Tag. Eigentlich stand Aufräumen und ein bisl Kleinzeug anschrauben auf dem Programm. Günstigerweise waren genug helfende Hände zum Tragen vor Ort, sodass endlich der Kühlschrank eingebaut werden konnte.

Leider gab es ein Problem mit dem Bordsteuerungspanel. Auf manchen Leitungen war kein Strom. Also Panel ausbauen und Stecker überprüfen. Alles in Ordnung. Also Kabel durchmessen. Aha, es kommt schonmal nur auf 1 Kabel 12 V am Panel an. Also Kabel verfolgen und schließlich am EBL (Elektroblock) gelandet. So, dieser ist natürlich super verbaut, ein rankommen ohne weiteres nicht möglich.

Ergo: Beifahrersitz ausbauen. Immer noch kein rankommen. Sämtliche Schrauben der Befestigung von Batterie und EBL lösen und dann endlich konnte der EBL rausgezogen werden.

Strom kommt an, von der LIMA (Lichtmaschine) und auch von Batterie 1 und Batterie 2.

Aber irgendwie nicht weitergeleitet.

Mein Papa hat dann ein Kabel überbrückt, sodass Kühlschrank endlich auf 12 V läuft. Alles wieder zusammengebastelt und dann.... Die Wasserpumpe funktioniert nicht mehr:-(

Lösung des Problems (einfach aber muss man erst mal drauf kommen): der Beifahrersitz muss verschraubt werden, damit alles funktioniert, weil: Der ganze Fahrzeugboden ist Masse. Wenn die Schrauben fehlen = keine Verbindung = keine Masse. Wieder was gelernt:-)


Morgen muss ich mir noch was einfallen lassen, um die Eisfachtüre wieder richtig verschließen zu können. Die Drehkopfscharniere von Dometic haben den Geist aufgegeben (Federn kaputt und teilweise ausgebrochen) und Ersatz im Netz habe ich leider nicht gefunden.

Den ganzen Abend und einen Großteil des Morgens habe ich mal wieder am PC verbracht, immer noch geht es um Solar.

Wie viel Watt ich brauche habe ich mittlerweile feststellen können, so zwischen 200 und 300W. Aber ob meine Batterien dafür ausreichen und wie es mit dem Platz auf dem dach aussieht, muss ich später noch mal schauen.

ABER: Ich bin auf tolle Anregungen für eine aufstellbare Befestigung der Solarmodule gestoßen. In Kürze gibt es mehr davon hier zu lesen.

18.10.2014 Ich habe einiges an Zubehör bestellt gestern Abend, unter anderem

- 12 V Ladegerät für meinen Laptop

- Füllstandsanzeiger für meine Gasflaschen

- Funk-Alarmanlage :-)

- USB-Port für mein Tablet