Albanien

Das Land der Gegensätze, das Land ohne Gummibärchen:-)

WAS...?! Ihr wollt nach Albanien?! Ungläubigkeit schlägt mir jedes Mal entgegen, wenn es um dieses Land geht. Klar, man kriegt bei uns so gut wie nichts mit über dieses Land, einzig Kosovo ist uns ein Begriff und die vielen Albaner, die versuchen in Deutschland Asyl zu bekommen.

Ich wollte es einfach selbst sehen und erleben - und um es vorweg zu nehmen, ich bin fasziniert von diesem Land. Aber lest selbst....

28.02.


Trotz meiner Unvoreingenommenheit und Offenheit beschleicht mich ein mulmiges Gefühl, als wir uns morgens auf den Weg zur Grenze nach Albanien machen. Das erste Mal in meinem Leben (abgesehen von frühester Kindheit) bewege ich mich aus der EU raus!!! Ja, ich weiß, kaum zu glauben, aber da ist sie wieder, die Generation Y.

Wir passieren den Grenzübergang KAKAVIA ohne Probleme. Keine langen Wartezeiten, keine Kontrollen, abgesehen von der Passkontrolle natürlich. Und schon sind wir in Albanien.


Der Grenzübergang Kakavia
Der Grenzübergang Kakavia

Erstmal ist kein Unterschied zu Griechenland erkennbar, die Landschaft ebenso bergig und karstig - nur die Straßen sind zu meiner Überraschung besser!

Unser erstes Ziel soll Sarande sein, wir nehmen die SH78 und es geht erstmal ordentlich durch die Berge. Vielleicht haben wir die falsche seite dieser Stadt erwischt, aber vom schönen Küstenort haben wir nichts entdecken können. Die Stadt liegt am hang, es geht steil nach oben, die Straße ist mittlerweile nicht mehr asphaltiert, sondern geschottert und Regen hat eingesetzt. In die Stadt, mit ihren engen Gassen wollte ich genicht erst reinfahren, also haben wir Sarande links liegen gelassen und sind weiter bis Himare gefahren - laut App sollte hier ein Campingplatz sein. Am Orteingang haben wir auch ein Schild entdeckt, das war aber auch das einzige, was weit und breit an Camping erinnert.

Dann also freistehen. In der "Einkaufsstraße" gibt es genügend große Parkmöglichkeiten und nach Rücksprache mit den Einheimischen ist es kein Problem, die Nacht hier zu verbringen. Also statten wir dem "Minimarkt" noch einen Besuch ab. Und hier erleben wir wieder eine der tollen Momente unserer Reise:

Der Ladenbesitzer spricht kein Englisch, aber keine 5 Minuten später hatte er eine junge Frau geholt, die Englisch konnte. Wir kamen in's Gespräch und durch Zufall auch auf den nicht vorhandenen Campingplatz zu sprechen. Sie telefonierte kurz und schon hatte sie den Campingplatzbesitzer über unser Kommen informiert. Leider konnte sie uns keine Straße für's Navi nennen, dafür hatte sie aber eine weitere Frau organisiert, die genau in diese Richtung wollte.

Also nahmen wir kurzerhand eine wildfremde Albanierin mit an Bord, die uns den Weg wies. Auf dem letzten Kilometer, den wir alleine weiter fahren mussten, kam uns schon hupend der Besitzer entgegen, um uns den Weg zu zeigen. Das war auch gut so, denn die letzten 100m zum Platz sähten zahllose mit Wasser gefüllte Schlaglöcher,- hier wäre ich freiwillig NIE weitergefahren.

Gleich zur Begrüßung die nächste Überraschung, der Besitzer spricht perfekt DEUTSCH!!! Was für eine Erleichterung!

Wir sind die einzigen Gäste und erwecken den schön angelegten und sehr gepflegten Platz aus der Winterruhe. Super Sanitäranlagen, Waschmaschine und direkt am Meer gelegen. Ein Traum.

 

Und so wurden aus den ursprünglich geplanten 3-4 Tagen dann doch eine komplette Woche, denn Dennis, der Besitzer bekam auch noch besuch aus Deutschland. So verlebten wir tolle Tage mit Dennis' Familie und seinem Freund Dieter.



Braucht es bei diesen Bildern noch Worte?! Eigentlich nicht... Aber leider ist das hier nur die halbe Wahrheit. Hier folgt das zweite Gesicht Albaniens:

Aber irgendwann zieht es uns dann auch wieder weiter. Vor allem in Richtung größerer Stadt, um mal wieder "RICHTIG" einkaufen sszu können. Denn Minimärkte gibt es zwar wie sand am Meer, doch der Bestandteil MINI ist wirklich wörtlich zu nehmen. Man bekommt soweit schon alles, was man braucht -  aber eben anders als bei uns... Z.B. Fleisch, wenn überhaupt nur Tiefgekühlt und nicht besonderns vertrauenserweckend aussehend. Käse - nur am Stück, nicht abgepackt und geschmacklich eher Nichts als Käse.

Obst und Gemüse reichlich, abgesehen von Bananen... ja dieses Klischee kann ich bestätigen:-) H-Milch oder Konserven, die in unseren Supermärkten noch gefühlte 5 Jahre haltbar sind, haben hier ein MHD von ca.4-6 Wochen. Die kleinen aber feinen Unterschiede merkt man dann an solchen Dingen. Gewürze, Brühe und Instantprodukte à la Maggi&Co. fehlen komplett in den Regalen, es wird eben frisch gekocht hierzulande. Leider sieht es mit Süßigkeiten ähnlich mau aus, vor allem meine heiß geliebten Gummibärchen fehlen gänzlich!!!

FAZIT ALBANIEN:


Man spürt den Umbruch in diesem Land, die Menschen sind wirklich bemüht. Mir kommt immer wieder der Vergleich mit einem kleinen Kind in den Sinn: es muss an die Hand genommen werden.

Albanien hat ein wahnsinniges Potenzial, aber es weiß nicht damit umzugehen.