Griechenland

Das Land der Suppenkocher, das nicht so wirklich will

27.02.


Unser letzter Tag in Griechenland - langsam haben wir genug. Wir fahren von Ionnanina aus Richtung albanische Grenze und suchen uns ein kleines Bergdorf zum Übernachten.

Es wirkt wie ausgestorben bei unserer Ankunft, aber es gibt eine Krankenstation, die ständig besetzt ist. Der Arzt spricht super Englisch und so kann er uns einen Parkplatz in der Nähe der Polizeistation empfehlen, aber sicher sei es hier überall. Die 1-Mann Polizeiwache hätte andernfalls wohl auch wenig ausrichten können.

So, da standen wir nun, inmitten des Dorfes an der Hauptstraße und waren die Attraktion mit unserer Luzie. Es dauerte nicht lange, da wurden wir auf deutsch angesprochen - von Theo, 80 Jahre, ehemaliger Gastarbeiter, der uns sogleich auf einen Kaffee einlud. Wenige Minuten später versahen wir uns im einzigen Gasthof des Ortes bei griechischem Kaffee und Limonade für Fine. Ich fühlte mich um 50 Jahre zurückversetzt - das Mobiliar und die Einrichtung stammten sicherlich auch aus dieser Zeit. Ausgewaschene Böden, ein uralter Röhrenfernseher, der permanent lief und ein alter verstaubter Holzofen, der aus dem letzten Loch pustete... Von EU-Verordnungen und Rauchverbot hat man hier definitiv nichts gehört - oder es wird einfach ignoriert, wie so vieles in diesem Land.

Die Wirtin war herzlich und begeistert von Fine, sogleich wurde das Tierbilderbuch der Enkelin hervorgeholt und es ging hin und her - Tierarten bilingual:-)


Theo verließ uns, seine allabendliche Kartenrunde verlangte per Handy nach ihm :-) Ja, Theo trotz hohem Alter und Hinterwäldlerdasein ist fit in Sachen mobiler Kommunikation - faszinierend, wie er es schafft, mit seinen wulstigen Fingern die viel zu kleinen Tasten zu bedienen... Smartphone ist dieses Modell noch keines:-)


Wir machen uns auch auf den Heimweg, morgen wollen wir früh los und fit sein. Für das Abenteuer Albanien.

26.02. Ionnanina

Eine doch sehenswerte Stadt, mit engen schmalen Gässchen in der Altstadt und einer Burganlage, direkt am See gelegen. Auch die Seepromenade wurde sehr schön gestaltet, man ist auch noch am Aufbau.

In nächster Nähe befindet sich ein gerade fertig gestelltes Luxus-Resort mit Tagungszentrum - und rund herum eine neue Reihenhaussiedlung.... fachmännische Städteplanung sieht anders aus.


Es gibt zwar einen Campingplatz in sehr guter Lage zur Altstadt, allerdings war dieser wie so oft noch geschlossen und die Einfahrt scheint sowieso nicht für größere Mobile geeignet zu sein... eng und zu beiden Seiten mit einer Mauer begrenzt - keine gute Kombi.

Somit nehmen wir mit einem großen kostenlosen Parkplatz am See vorlieb. Gegen Abend gesellen sich auch wieder Zigeuner zu uns, diemals allerdings "nur" 1 Familie. Und wieder wundere ich mich, wie es 5 Personen schaffen, in einem Toyoata Hyes zu leben...



Der nächste Tag bringt auch keine Besserung, es ist kalt, regnerisch und von einem Waschsalon ist weit und breit keine Spur... auf das Internet ist in dieser Hinsicht wirklich kein Verlaß - zumindest in Griechenland. Aber das hier einiges anders ist, sollte mittlerweile bekannt sein...

Wir versuchen es dann nochmal etwas weiter stadtauswärts, aber wir finden leider nur eine Wäscherei für Gastro und Hotelwirtschaft. Sie können mit unserer Wäsche leider nichts anfangen... Immerhin finden wir einen guten Platz für die Nacht.

25.02. Igoumenitsa

 

Die Hoffnung auf einen Waschsalon treibt uns in die Hafenstadt. Doch wir werden bitter enttäuscht - außer einer Reinigung finden wir hier nichts. Die letzte Hoffnung, der Campingplatz am Rande der Stadt ist völlig verlassen und hat geschlossen. Folgende unglaubliche Bilder haben wir genau dort gemacht...

Kurz spiele ich mit dem Gedanken, hier in der Einsamkeit zu übernachten, denn abgesehen von den Geschöpfen, die hier einfach sich selbst überlassen sind, ist die Umgebung traumhaft:

Ich bin müde und genervt, dass die Wäscheberge sich weiterstapeln werden und möchte eigentlich nicht mehr weiterfahren. Aber ich habe kein gutes Gefühl hier und so bleibt nichts anderes als weiterzufahren. In Igoumenitsa selber gibt es kaum eine Möglichkeit, um mit unserer Luzie irgendwo zu parken, am Hafen ist es eng und überfüllt, genauso verhält es sich mit der Stadt. Definitiv nicht zu empfehlen und ich bin nur froh, dass wir mit der Fähre weiter bis Patras gefahren sind und nicht am Zwischenhalt Igoumenitsa an Land gegangen sind.

Unser ursprünglicher Plan wäre es gewesen, den Grenzübergang Konispol nach Albanien zu nehmen. Allerdings konnte ich keine brauchbaren Informationen im Netz bzgl. Wohnmobil dazu finden, einzig ein Motorradfahrer schrieb im Netz, dass er vor ein paar Jahren eine Tour durch Albanien gemacht habe und der Grenzübergang nicht asphaltiert wäre - und da es die letzten Tage hier offenbar stark geregnet hatte, wollte ich das Risiko heute nicht mehr eingehen, wollte nicht noch eine negative Überraschung erleben.

Also dann ab nach Ionnanina - eine Studentenstadt. Vielleicht wartet dort ja eine Waschmaschine auf uns!!!

Hätte ich geahnt, wie anstrengend diese Strecke werden würde, so wären wir doch irgendwo in Igoumenitsa geblieben... Quer durch die Berge kämpften wir uns bis zum Abend.

24.02.

Weiter gehts die Küste entlang. Etappenziel heute ist Preveza. Um diese Stadt zu erreichen, geht's erstmal in einem Tunnel unter dem Meer hindurch - ein Erlebnis für Fine:-)

In Mitikas können wir direkt am Strand stehen - Perfekt!

23.02. Patras


Heute verlassen wir Patras. Den Waschsalon haben wir wieder nicht gefunden, was solls. Vereinzelt bleiben noch ein paar Mitglieder des Campertreffs, aber das Wetter ist schlecht und so löst sich der große Pulk hier auch auf.

Aber es waren tolle Tagen, die wir mit und unter den griechischen Campern verbracht haben - DANKE nochmal Anastasia:-)

Der Tag nach dem Faschingstrubel, den wir Aschermittwoch nennen, fällt in Griechenland auf einen Montag. In Patras ist das ein Feiertag, kein Wunder, nach diesem Wochenende wäre wohl auch kaum einer in der Lage zu arbeiten. Traditionell lässt man an diesem Tag mit den Kindern Drachen steigen, die man an jeder Straßenecke kaufen kann. Aber bei dem Wetter heute fristen Drachen und ihre Verkäufer ein klägliches Dasein am Straßenrand:

Über die Brücke, welche die Halbinsel mit dem griechischen festland verbindet, verlassen wir Patras. Ein spektakuläres Gebilde:


Wir legen heute eine ziemliche Strecke zurück, bis Amfilochia. Vorher haben wir einfach keinen Platz gefunden. Dafür haben wir wieder einiges erlebt....


Hier hat die asphaltierte Straße mal wieder ohne Vorwarnung aufgehört. Ich befürchte schon, ohne Erlaubnis auf eine Baustelle geraten zu sein, die Schlaglöcher wuchsen mit der Einöde der Landschaft gleichermaßen, bis mir nach einer gefühlten Ewigkeit dann doch ein Auto begegnete.

Aitoliko - ein Ort im Wasser.

Vielleicht eher ein Kreisverkehr auf Wasser, dessen Mitte mit Häuschen gefüllt wurde:-)

Sehenswert auf der Karte.

Und wieder ein mittlerweile vertrautes Bild...

Auch die Schäfer gehen mit der Zeit und sind auf einen fahrbaren Untersatz umgestiegen - Auto möchte man hierzu gar nicht mehr sagen.

In Amfilochia finden wir einen schönen Platz am Meer - hier können wir heute endlich zur Ruhe kommen und noch ein paar Anglern bei ihrer Arbeit zusehen.

14.02.

Weiter geht's - immer Richtung Athen

Übernachtung nahe Gylfada

13.02.

Von Kalamata quer über den Peloponnes bis Korinth / Agioi Theodori

12.02. APOKRIES und rauchiger Donnerstag

 

Wir werden vom Schultrubel wach. Kinder werden mit Autos gebracht, im Nu sind wir eingeparkt. Irgendetwas liegt in der Luft, es scheint kein gewöhnlicher Schultag zu sein. Im Pausenhof werden Tische und Bänke aufgestellt, es geht zu wie im Bienenstock. Wir richten uns zur Weiterfahrt. Brandgeruch lässt mich aufmerksam werden, alles abgesucht im Womo - nix. Ein Blick nach draußen: Im Schulhof wird gegrillt!!! Und das unter der Woche...??? Hm. Andere Länder - andere Sitten, denke ich. Vielleicht sieht in Griechenland so das Mittagessen in der Schule aus?

Wir nutzen die Gelegenheit einer sich auftuenden Parklücke und verlassen unseren Schlafplatz. Auch in Zacharo treffen sich die Menschen auf der Straße und grillen vor ihren Häusern....

Weiter geht es die Küste entlang.

Bis sich wunderschön das Küstenstädtchen Pilos vor uns erstreckt:

Nach kurzer Rast geht es für uns heute aber noch weiter. Gegen Abend erreichen wir Kalamata. Mit einem Abendspaziergang an der Strandpromenade geht heute ein Tag mit vielen Eindrücken und wunderschönen Bildern zu Ende.

11.02.


Der Tag begann heute sehr zeitig, da wir dem Herrn Direktor nicht in die Quere kommen wollten:-)

Unser Frühstück nahmen wir dann am Dorfplatz von Katakolo ein, hier gibt es einen schönen Spielpatz und in der Hauptsaison kann man mit einer alten Bimmelbahn bis Pyrgos fahren.

Das Museum ist leider (noch) geschlossen, wie vieles andere auch. Die Saison beginnt erst ab April/Mai.

Wir beobachten, wie die Schüler mit dem Bus in Richtung Schule fahren, machen noch einen kleinen Spaziergang durch den Ort und fahren dann weiter - Richtung Pyrgos.

Auf unserem Weg stechen uns die riesigen Müllberge entlang der Straße auf. Keine Ahnung, was hier die Müllabfuhr treibt, scheinbar nichts. Offenbar wird hier eine Mülltonne als Synonym für eine Müllhalde verstanden. Wahnsinn. Wenn die Tonne voll ist, wird einfach daneben gelegt - im Umkreis von mindestens 50 Metern!

Wir fahren weiter nach Zacharo. Ich orientiere mich Richtung Strand. Es geht über kleine Wege, Buckelpiste versteht sich, bis wir schließlich hier landen:

Genau das, was wir jetzt brauchen - Sonne, einsamer Strand, Meer und Ruhe... die Überfahrt und diese 1 blöde Stunde Zeitverschiebung hängt mir immer noch nach...


Doch die Idylle trügt - heute mussten wir uns das erste Mal 'verteidigen' ....

... gegen diesen streunenden Hund :-) Böse war er nicht, aber ziemlich aufdringlich und hartnäckig. Und man weiß ja nie, was in so einem Hund vor sich geht. "Siehst du Mama, gut, dass ich so viele Stöcke gesammelt habe!" war Fines Kommentar. Aber ich kann euch beruhigen, wir haben den Hund nicht geschlagen. Ich habe die Schwimmnudel zweckentfremdet, um den Hund wenigstens von unserem Eingang fernzuhalten. Wenn das Ding schon nicht im Wasser zum Einsatz kommen kann, so hat es sich heute dennoch ausgezahlt, es mitgenommen zu haben;-)


So verlockend es ist, hier direkt am Strand zu nächtigen, siegt die Vernunft. Gegen 16 Uhr machen wir uns auf den Weg in den Ort, um uns einen Schlafplatz zu suchen. Wir werden neben einer Schule fündig.

10.02.

Nachdem wir dem netten Herrn von WIND erneut einen Besuch abgestattet haben, starten wir heute unsere Reise rund um den Peloponnes.Die Sonne scheint und so genießen wir die "Strandpromenade" von Patras - auch wieder ein Zufallsfund.

Allzu lange wollten wirn heute nicht mehr fahren und so landen wir gegen 17 Uhr in Katakola.

Laut meiner Stellplatz-App sollten wir hier einen Platz mit Strom vorfinden - eigentlich. Leider war dem mal wieder nicht so, Stellfläche ist allerdings genügend vorhanden.

Dennoch müsste unsere Batterie mal wieder neuen Saft bekommen und so frage ich kurzerhand im Hafen nach. Dort bekomme ich freundlich Auskunft von einem älteren Herren, der mir in gutem Englisch erlaubt die Nacht zu bleiben. Aber wenn der Direktor morgen frü kommt, solltest du weg sein, er mag keine Caravans in seinem Hafen:-)


Wunderschön - genau von solchen Momenten habe ich vor meiner Reise geträumt. Und immer wieder werden sie wahr... 

Für alle Hotelbevorzuger und Campingmuffel... So etwas kann selbst das beste Hotel nicht bieten :-)

09.02.

Patras - die Suche nach der Sim-Karte beginnt:-)

In der Nähe des alten Hafens finden wir einen Parkplatz, von dem wir in die Innenstadt aufbrechen können. Ich hoffe, wir finden die Luzie im gleichen Zustand wieder, wie wir sie verlassen haben. 

Im dritten Mobilfunk-Geschäft werden wir dann auch fündig - WIND ist unser griechischer Anbieter. Allerdings spinnt das Computersystem, meine karte kann nicht aktiviert werden. Wir sollen in einer Stunde nochmal kommen.

Gut, dann auf zur Touristeninformation. Nach über 1 Std. - 10 verschiedene Personen gefragt und 10 verschiedene Antworten erhalten - steht fest, Patras ist die Stadt OHNE Touristeninformation. Inzwischen ist ein bisl mehr als 1 Std. vergangen, zurück am WIND-Laden dann die Überraschung: das Geschäft hat schon geschlossen!!! Montag nachmittag ist also kein guter Tag um eine Sim-Karte von Wind zu kaufen - wir sollen morgen wieder kommen oder es selber versuchen, es sei aber kompliziert.

Am Kiosk erhalte ich den Aufladebon und versuche mein Glück - gut, dass man die Telefonansage auf Englisch umstellen kann!

Ob ich das bestellt habe, was ich wollte, weiß ich nicht, aber zumindest sind wir wieder online:-)


Da wir morgen also nochmal zu Wind müssen, suchen wir uns einen Schlafplatz inmitten eines betuchteren Wohnviertels.

Erste Impressionen von Patras

08.02.

Ankunft gegen Mittag in Patras.

Die Nacht war hart, sehr hart. Fine hat vor Aufregung kaum geschlafen, unsere Nacht begann gegen 2 Uhr und endete jäh gegen 4.30 Uhr morgens, als die Fähre zum Zwischenhalt in Igoumenitas anlegte.

Ich bin jetzt schon fix und fertig. Wir wollen uns nur noch einen Stellplatz suchen und dann nix wie ausruhen. Vielleicht noch eine griechische Sim-Karte auftreiben.


Weder Stellplatz-App noch Stellplatz-Führer des ADAC enthalten einen Stellplatz in Patras, außer direkt am Fährhafen, wo ich nicht unbedingt die Nacht verbringen will. Also versuchen wir unser Glück außerhalb. Das Ende vom Lied: nach über 2 Std. Irrfahrt durch die tiefste Pampas kehren wir wieder nach Patras zurück, um irgendwo einen beleuchteten Parkplatz o.ä. aufzusuchen. Außerhalb, zumindest in der Richtung wo wir unterwegs waren, gab es NICHTS. Es war wirklich zum verzweifeln. Kleine Straßen und rechts und links davon Zäune inkl. zugehöriger Kleinstbauernhöfe - keine Möglichkeit, um irgendwo die Nacht zu verbringen. Weder an Schulen, noch an Kirchen oder Friedhöfen irgendwo ein Platz für die Luzie.

Völlig genervt fahren wir in Patras die Küste entlang - hier ist zumindest genügend Platz zum Stehen - aber ist es hier auch sicher?


Ich halte an einer Tankstelle, um das herauszufinden. Sicher ja, aber nicht erlaubt. Unglaublich aber wahr: uns wurde angeboten, die Nacht auf dem Platz hinter der Tankstelle zu verbringen. Hier Parken einige LKWs und der Platz ist videoüberwacht. Perfekt. Ich bin so dankbar!!!


Die erste Begegnung mit Griechen war also von Gastfreundschaft geprägt. Nebenan gibt es noch einen Obst-und Gemüsehändler, wo wir uns für das Abendessen eindecken. Die Verkäuferin war ebenfalls sehr freundlich und wir kamen sofort ins Gespräch.


So geht dieser Tag also doch noch gut zu Ende - und es ist ein tolles Gefühl einfach nur sicher schlafen zu können:-)

Unsere Überfahrt mit der Fähre